WM Masters in Daegu
Bei den Weltmeisterschaften der Masters (ab 35 Jahren) gingen im südkoreanischen Daegu fast 8000 Athleten aller Altersklassen an den Start. Gerd Eggert vom LAZ Mosbach-Elztal trat in der Altersklasse M60 im Zehnkampf an, der im Stadion der Leichtathletik WM von 2011 ausgetragen wurde. 4 Wochen nachdem er in Regensburg eine neue persönlich Bestleistung (4378 Punkte) hatte, hatte er sich für die Weltmeisterschaften einen Platz unter den Top – 15 vorgenommen gehabt.
Sein Start in den Wettkampf verlief ordentlich, aber nicht wie erhofft. Über 100m, im Weitsprung und im Hochsprung lag er in etwa auf dem Niveau von Regensburg, im Kugelstoßen hatte er einige Punkte verloren. Den ersten Tag schloss nach 7 Stunden Wettkampf bei 35 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von über 60% der 400m – Lauf ab. Eggert hatte mit der Hitze keine Probleme und beendete den 1. Wettkampftag mit einer Zeit von 69,92 Sekunden. Damit lag er wieder auf Kurs persönliche Bestleistung und auf einem für ihn sehr guten 9. Platz in der Gesamtabrechnung. Nicht wenige Athleten hatten mit der Hitze große Probleme gehabt und waren deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben.
Am zweiten Wettkampftag war die Hitze noch herausfordernder. So startete der Wettkampf um 11 Uhr und zwischen den einzelnen Disziplinen gab es so gut wie keine Möglichkeit, der Sonne zu entfliehen und sich in einem der klimatisierten Räume des Stadions abzukühlen. Eggert erwischte über die 100m Hürden einen guten Start und erzielte eine neue persönliche Bestleistung. Beim Diskuswurf lief es dann aber gar nicht. Beim Aufwärmen war er mit einem Wurf von über 30 Metern noch mehrere Meter über seiner bisherigen persönlichen Bestleistung geblieben. Im Wettkampf landeten dann alle Versuche im Netz. 0 Punkte im Diskuswurf bedeuteten Platz 12. im Zwischenstand.
Die 8. Disziplin war dann der Stabhochsprung. Hier war es ihm nicht möglich gewesen, seine eigenen Stäbe mit nach Korea zu nehmen, so dass er mit einem vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Stab springen musste. Unter den zur Verfügung stehenden Stäben gab es dabei aber keinen, der von der Länge und Härte passte, so dass er mit einem zu „weichen“ Stab springen musste. Dies gelang ihm überraschend gut. Höher als die erreichten 2,60m war er in einem Zehnkampf noch nie gesprungen.
Nachdem auch der Speerwurf ordentlich lief, war er vor dem abschließenden 1.500m Lauf zwar immer noch auf dem 12. Platz, aber eine Top 10 – Platzierung war für den guten 1.500m Läufer wieder in Reichweite. Eggert entschloss sich, den Lauf trotz der Hitze schnell anzugehen. Aus dem Feld der anderen Athleten wollte ihm niemand folgen. So lief er die 1.500m alleine von vorne. Angefeuert von den Bundestrainern und den anderen deutschen Athleten gewann er diesen Lauf in einer Zeit von 5:45 Minuten mit einem Vorsprung von knapp 10 Sekunden vor dem Japaner Ikeno. Seine unmittelbaren Konkurrenten um Platz 10 hatten deutlich mehr Probleme mit der Hitze. So erreichte Eggert in der Gesamtwertung den sehr guten 9. Platz. Weltmeister wurde der Argentinier De Luca vor Ikeno aus Japan und Andreas Groneberg vom TSV Fahrdorf in Schleswig – Holstein.
„Über die Nullnummer im Diskuswurf habe ich mich richtig geärgert“ meinte Eggert nach dem Wettkampf. „Trotzdem bin ich mit 4124 Punkten nur 250 Punkte hinter meiner bisherigen Bestleistung aus Regensburg zurückgeblieben. Für mich war es ein einmaliges Erlebnis, für Deutschland in so einem Stadion und unter professionellen Bedingungen wie bei einer Weltmeisterschaft der Aktiven einen Zehnkampf bestreiten zu können.
Der Zusammenhalt unter den Zehnkämpfern war enorm und die Unterstützung durch die Bundestrainer hat mir auch sehr geholfen. Ich habe vor 8 Jahren meinen ersten Zehnkampf gemacht. Dass ich mit den besten der Welt nicht mithalten kann, ist normal. Einer der Zehnkämpfer hier war als Stabhochspringer schon bei den olympischen Spielen 1988 in Seoul dabei gewesen. Mit meinem 9. Platz bin ich sehr zufrieden. “